High Level Panel 2: CFS & UN-Nutrition

Kohärente Politikkonzepte, wirksame Maßnahmen: Umgang mit der weltweiten Nahrungsmittelkrise

     

 

Committee on World Food Security (CFS)
UN-Nutrition

Zeit: Freitag, 20. Januar 2023, 15:30 -17:00 Uhr

Sprachen: Englisch, Deutsch, Arabisch, Chinesisch, Französisch, Russisch und Spanisch

Hintergrund

Das High-Level Panel bot eine Gelegenheit, die zwingende Notwendigkeit einer Transformation der Ernährungssysteme infolge der aktuell unvorhersehbaren Welternährungslage zu betonen. Zudem wurde neben der Bedeutung der Förderung von inklusiver Governance und politischer Kohärenz auch die Schlüsselrolle des CFS als eine Multistakeholder-Governance-Plattform und der UN-Nutrition als behördenübergreifende Koordinationsstelle bei der Förderung von Zusammenarbeit und Koordinierung zwischen allen relevanten Akteuren und den daraus entstehenden Synergien diskutiert. Minister Esteban Valenzuela Van Treek (Chile) betonte die Anstrengungen seines Landes, das Ernährungssystem hin zu gesunden Ernährungsweisen zu transformieren, einschließlich Herausforderungen und bisherigen Erfahrungen. Investitionen in nationale Produktion und Innovation seien Schlüsselelemente zur Begrenzung der negativen Auswirkungen der aktuellen Krise und zur Erhöhung der Resilienz und Nachhaltigkeit von Ernährungssystemen. Zudem arbeitet Chile mit großen und mittleren Unternehmen sowie Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zusammen, um allen gesunde Ernährungsweisen zu ermöglichen und Ernährungssicherheit und bessere Ernährung zu gewährleisten. Mariam Al Mehairi (UAE) berichtete über die fünf Schlüsselbereiche, auf die ihr Land sich konzentriert und die Teil der nationalen Ernährungssicherheitsstrategie sind: Diversifizierung von Importen, Erhöhung der lokalen Produktion durch Technologie und Innovation, Verbesserung der Ernährung, Gewährleistung von Krisenfestigkeit und Förderung der Lebensmittelsicherheit. Im Jahresverlauf werden die UAE Gastgeber der COP28 sein, bei der die Transformation der Ernährungssysteme eine zentrale Rolle in den Diskussionen spielen wird. Kobenan Adjoumani (Côte d’Ivoire) unterstrich die Bedeutung der Landwirtschaft für die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln, die zur menschlichen Gesundheit und Ernährung beitragen. In Côte d’Ivoire wurden mehrere Politikkonzepte zur Förderung von landwirtschaftlichen Investitionen, Forschung und Entwicklung umgesetzt. Dr. Maria Neira, ADG (WHO), erinnerte an das gemeinsame Vorhaben, die Menschheit zu ernähren, ohne den Planeten zu zerstören und an die Notwendigkeit einer Transformation unserer Ernährungssysteme zur Erreichung dieses Ziels. Neira betonte außerdem die Bedeutung von sektorübergreifender Zusammenarbeit und ganzheitlichen Ansätzen, um die sich gegenseitig unterstützenden Ernährungs-, Gesundheits- und Umweltziele zu erreichen.

Aufzeichnung

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Impressionen

Keynote Sprecher

Gabriel Ferrero de Loma-Osorio ist Sonderbotschafter für globale Ernährungssicherheit beim Ministerium für Außenpolitik, die Europäische Union und Zusammenarbeit der Regierung von Spanien. Zuvor war er von 2018 bis 2021 Generaldirektor für nachhaltige Entwicklungspolitik. In dieser Position übernahm er die Rolle des Leitautors und Strategen des spanischen Fahrplans zur Umsetzung der Agenda 2030 und koordinierte die freiwillige nationale Überprüfung im Rahmen des hochrangigen politischen Forums. Er war darüber hinaus Leitautor der spanischen Überwachungs- und Kontrollstrategie gegen COVID-19. Von 2011 bis 2017 war er im Exekutivrat des Generalsekretärs der Vereinten Nationen in Rom tätig, unter anderem als Koordinator der Hochrangigen Arbeitsgruppe für die weltweite Nahrungsmittelsicherheit und von 2016 bis 2017 als Teamleader des Sonderbeauftragten für Nahrungsmittel- und Ernährungssicherheit. In dieser Funktion repräsentierte er den Generalsekretär der Vereinten Nationen beim Beraterausschuss des Ausschusses für Welternährungssicherheit und beim Steuerungsausschuss des Globalen Programms für Landwirtschaft und Ernährungssicherung. Er war Teil der 2015 von UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon einberufenen Mailänder Gruppe für nachhaltige Ernährungssysteme und leistete einen wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung von Hunger und Armut mithilfe von klimaverträglichen, nachhaltigen Ernährungssystemen. Von 2012 bis 2016 war er Senior-Politberater für nachhaltige Entwicklung der Sonderberaterin des Generalsekretärs für die Entwicklungsagenda nach 2015, Amina J Mohammed, und hatte eine leitende Funktion in den Bereichen Ernährungssicherheit, Landwirtschaft und Ernährungssysteme, Bankwesen und Klimawandel. Er war ein geschätzter Bestandteil des Teams, das die Unterzeichnung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung ermöglichte und spielte eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Ban Ki-Moons „Null-Hunger“-Initiative und SDG 2. Vor seiner Zeit bei den Vereinten Nationen war er von 2007 bis 2019 stellvertretender Generaldirektor für Entwicklungspolitik im spanischen Außenministerium und war federführend bei der spanischen Reaktion auf die globale Ernährungskrise. 2009 koordinierte er das hochrangige Treffen “Food Security for all” in Madrid und trug maßgeblich zur Reformierung des Ausschuss für Welternährungssicherheit bei. In dieser Rolle war er als Leitautor des spanischen Masterplans für die internationale Zusammenarbeit (2009-2012) tätig und hatte bedeutenden Einfluss auf die Ausarbeitung des Globalen Agrar- und Ernährungssicherungsprogramms (GAFSP), der Ernährungssicherungsinitiative von L’Aquila, des UN-Fonds für die Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele und des spanischen Kooperationsfonds für Wasser und Sanitärmaßnahmen. Er war von 2000 bis 2007 Professor für Entwicklungstheorie und -planung an der Escuela Técnica Superior de Ingeniería Agronómica y del Medio Natural der Universitat Politècnica de València (UPV) und von 2004 bis 2007 Direktor des Centro de Cooperación al Desarrollo der Universität. Er gründete und koordinierte die Arbeitsgruppe für Entwicklungsforschung und angewandte Ethik. Seine Forschung und Praxis umfassen den Befähigungsansatz nach Sen und die Bereiche Entwicklungsmethodik, Klimawandel und nachhaltige Entwicklung. Als gelernter Ingenieur hat er einen Ph.D. in Entwicklungsplanung und -management. Er war an der Veröffentlichung von über 50 Forschungsarbeiten beteiligt, darunter Beiträge für wissenschaftliche Fachzeitschriften, 3 Bücher, zahlreiche Buchbeiträge und Kommentare mit Schwerpunkt auf ländlicher Entwicklung, Klimawandel und Maßnahmeneffizienz. Er hat praktische Erfahrung mit Projekten, Programmen und politischen Konzepten auf den Gebieten Landwirtschaft, ländliche Entwicklung und erneuerbare Energien; in Nicaragua, El Salvador, Guatemala, Marokko und Argentinien. Er hat als Berater für nationale und regionale Regierungen, soziale Bewegungen und NGOs für ländliche Entwicklung, landwirtschaftliches Management und nachhaltige Entwicklungspolitik agiert.

Podiumsgäste

Ihre Exzellenz Mariam bint Mohammed Saeed Hareb Almheiri ist amtierende Ministerin für Klimawandel und Umwelt der Vereinigten Arabischen Emirate. In dieser Funktion ist sie verantwortlich für den Auftrag des Ministeriums, eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz und der Klimaanpassung der Vereinigten Arabischen Emirate einzunehmen, die Ökosysteme des Landes zu schützen und die Lebensmittel- und Wasserversorgung mithilfe der Ausarbeitung und Umsetzung von effizienten Maßnahmen, Politikkonzepten und Initiativen zu stärken.
Bevor sie dieses Amt übernahm, war ihre Exzellenz Mariam Almheiri Staatsministerin für Lebensmittel- und Wasserversorgung. Ihre Zuständigkeiten umfassten die Überwachung der nationalen Lebensmittelvorräte und Wasserversorgung, die Koordinierung von Investitionen in Innovationen für Lebensmittel und Wassertechnologien sowie den Aufbau von internationalen Partnerschaften auf diesem Gebiet.
Zuvor hatte ihre Exzellenz Mariam Almheiri das Amt der Staatsministerin für Ernährungssicherheit inne, in dessen Rahmen sie die Ausarbeitung der für das Erreichen der Ernährungssicherheit des Landes notwendigen Infrastruktur in Anlehnung an den UAE Centennial Plan 2071 anleitete.

Bildung und Berufspraxis

  • Journalist
  • Masterabschluss in Politikwissenschaft der Päpstlichen Katholischen Universität Chiles (PUC)
  • Masterabschluss in Entwicklungszusammenarbeit der Universität von Wisconsin, USA
  • Promotion in zeitgenössischer Geschichte, Universität Valencia, Spanien
  • GIZ-Berater für lokale und ländliche Entwicklung für die Länder Guatemala, Kolumbien, Paraguay und Dominikanische Republik

 

Vorherige politische Ämter

  • Gründer und stellvertretender Vorsitzender der Partei der Sozialen Grünen Regionalismus-Front (FRVS)
  • Bürgermeister von Rancagua (1992-1996)
  • Stellvertretender Vorsitzender des chilenischen Städtetags
  • Mitglied des Parlaments für den Bezirk Nr.32 (O’Higgins-Region) in zwei aufeinander folgenden Wahlperioden (2010 bis 2022)
  • Vorsitzender der Dezentralisierungskommission (2014 von Michelle Bachelet eingesetzt)

 

Persönliches & andere berufliche Tätigkeiten­­­

  • Wissenschaftler
  • Regionalist
  • Umweltaktivist
  • Schriftsteller (bekannt wurden sein Jugendroman „Pichilemu Blues“ und seine Bücher über Entwicklung und Politikanalyse)
  • Geboren am 12. März 1964 in Rancagua, Chile
Der Lebenslauf wird zu einem späteren Zeitpunkt zur verfügung stehen.

Seit dem 1. Dezember 2022 ist Dr. Maria P. Neira stellvertretende Generaldirektorin der Abteilung für öffentliche Gesundheit/ eine gesündere Bevölkerung.
Sie ist darüber hinaus Leiterin der Abteilung für Umwelt, Klimawandel und Gesundheit der Weltgesundheitsorganisation.
Zuvor war sie als Staatssekretärin für Gesundheit sowie als Vorsitzende der spanischen Behörde für Lebensmittelsicherheit und Ernährung (AESAN) tätig.
Dr. Neira begann ihre Karriere als medizinische Koordinatorin für Ärzte ohne Grenzen. Sie verbrachte viele Jahre in unterschiedlichen afrikanischen Ländern, die sich teilweise in bewaffneten Konflikten befanden.
Dr. Neira ist gelernte Ärztin und hat sich in Paris auf Endokrinologie und Stoffwechselstörungen spezialisiert. Sie hat einen Masterabschluss in Öffentlicher Gesundheitspflege und einen Diplomabschluss in Ernährungswissenschaften, Epidemievorsorge und Krisenmanagement.
Neben vielen weiteren Auszeichnungen erhielt sie den nationalen Verdienstorden Frankreichs und wurde von Ihrer Majestät Königin Letizia von Spanien als “Extraordinary Woman” ausgezeichnet. Zu Beginn des Jahres 2019 und im Jahr 2022 wurde sie unter den Top 100 politischen Multiplikatoren in den Bereichen Gesundheit und Klimawandel ausgezeichnet.

Moderation

STINEKE OENEMA ist Ernährungsberaterin und Agrarökonomin. Sie ist Exekutivsekretärin von UN Nutrition, einem 2020 gegründeten Organ der Vereinten Nationen. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen kohärente und konsequente Ernährungspolitikkonzepte, Interessensvertretung und Projektgestaltung auf globaler und nationaler Ebene. Bis 2020 war sie Koordinatorin vom Ständigen Ausschuss der Vereinten Nationen für Ernährung (UNSCN), dem Vorläufer von UN Nutrition. Von 2003 bis 2015 arbeitete sie für eine international agierende Nichtregierungsorganisation und war für Lebensmittel- und Ernährungspolitik verantwortlich sowie für Entwicklungsprogramme. Auf internationaler und nationaler Ebene hatte sie den Vorsitz von zahlreichen Netzwerken und Multi-Stakeholdergruppen inne und unterstützte deren Arbeit. Sie war Mitglied der Redaktionsausschüsse von UNSCN Nutrition/News und Right to Food and Nutrition Watch. Als Mitglied der ersten unabhängigen Expertengruppe unterstützte sie die ersten Jahre der Ausarbeitung des Welternährungsberichts. Sie arbeitete darüber hinaus für kurze Zeit an der Universität Wageningen. Zu einem früheren Zeitpunkt ihrer Karriere arbeitete sie für die FAO und für UNICEF in Ghana, Vietnam und Lateinamerika.

 

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