Daten und Digitalisierung für zirkuläre Agrar- und Ernährungssysteme

Weltbank (WBG)

Zeit: Freitag, 20. Januar 2023, 09:30 – 11:00 Uhr

Raum: M4-M5

Sprache: Englisch, Deutsch

Zusammenfassung:

Die digitale Landwirtschaft ist ein Katalysator mit dem Potenzial Ernährungssysteme weitreichend zu verändern und das Leben von Milliarden Menschen zu beeinflussen. Die Digitalisierung kann zirkuläre Agrar- und Ernährungssysteme ermöglichen, indem sie technische Barrieren und Informationsasymmetrien überwindet. Um das Potenzial und die Herausforderungen von Daten und digitalen Technologien für diese Transformation zu erörtern, brachte die Veranstaltung renommierte Experten aus Wissenschaft, Industrie und Stiftungen zusammen. Die Keynote führte in das Thema ein, fasste konkrete Investitionen und Aktivitäten der Weltbank zum Aufbau von Kapazitäten im Bereich Daten und Digitalisierung zusammen und hob aktuelle analytische Arbeiten und Lernplattformen hervor. Die Podiumsteilnehmer brachten konkrete Beispiele aus ihrer Arbeit und eine Vision für die künftige Entwicklung und Skalierung von Kreislaufsystemen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft ein. Die wichtigsten Erkenntnisse waren die Notwendigkeit systemischer Veränderungen, globaler Datenströme, der Systemintegration und einer ganzheitlichen Berücksichtigung von Kultur und Kontext bei der Entwicklung und Umsetzung der diskutierten Methoden, Technologien und Geschäftsmodelle. Interdisziplinäre Arbeit und sektorübergreifende Zusammenarbeit werden diesen Wandel vorantreiben. Eine rege Interaktion mit dem Publikum bereichert die Veranstaltung mit Fragen zu diversen Aspekten der Implementierung und Nachhaltigkeit dieser Transformation.

Kontakt für weitere Informationen oder zusätzliche Fragen: ahopf@worldbank.org 

Keynote Sprecher

Martien van Nieuwkoop ist Direktor für die Abteilung Agriculture and Food Global Practice in der Sustainable Development Practice Group der Weltbank. In dieser Rolle ist er federführend bei der Konzeption und Umsetzung der Strategie der Weltbank und ein Experte für Know-how im Agrar- und Ernährungsbereich. Zudem ist er für die Operationalisierung der Vision der Weltbank für Landwirtschaft und Ernährung in regionalen und nationalen Programmen zuständig. Auf internationaler Ebene ist er hochrangiger Sprecher für Landwirtschaft und Ernährung für die gesamte Weltbank und steht der Abteilung Agriculture and Food Global Practice vor. Diese hat ein Portfolio von ca. 160 Projekten mit finanziellen Zusagen in Höhe von fast 20 Mrd. US-Dollar für Investitionsprojekte, ergebnisorientierte Programme und Entwicklungsdarlehen. Die Gruppe hat ca. 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Martien hat einen akademischen Abschluss („Doctoraal“ – entspricht einem Masterabschluss) (Cum Laude) in Entwicklungsökonomie von der Landwirtschaftlichen Universität Wageningen, Niederlande, und hat im Rahmen des Internationalen Austauschprogramms der Universität Georgetown, Washington, D.C., USA, einen MBA (Beta-Gamma-Sigma) erworben. Er wuchs auf einem familiengeführten Gartenbaubetrieb in Gouda, Niederlande, auf.

Podiumsgäste

Enock Chikava ist federführend bei den Bemühungen der Bill und Melinda Gates Stiftung, die Armut von Millionen landwirtschaftlichen Familienbetrieben in Subsahara-Afrika und Südasien zu bekämpfen, indem er inklusive landwirtschaftliche Innovationen fördert, welche die Produktivität und das Einkommenswachstum von Kleinbauern nachhaltig unterstützen. Er wurde im April 2015 Senior Program Officer der Stiftung, mit Schwerpunkt auf Pflanzeninnovationen. Enock ist in den Bereichen Agrarökonomie und Unternehmensstrategie ausgebildet und hat 30 Jahre Berufserfahrung in der Landwirtschaft. Im Laufe seiner Karriere hatte er Positionen in Bauernverbänden, der privatwirtschaftlichen Saatgutindustrie, landwirtschaftlichen Unternehmen, der Lebensmittelverarbeitungsindustrie und auf dem Gebiet der Philanthropie inne. Enock Chikava ist Vorstandsmitglied des African Enterprise Challenge Fund (AECF) und ehemaliger Vorsitzender der African Seed Trade Association (AFSTA). Er wuchs auf einem kleinbäuerlichen Betrieb in Simbabwe, in einer elfköpfigen Familie, auf und widmet sein Leben der Unterstützung von Kleinbauern, indem er ihnen Zugang zu Technologien verschafft, die ihre Produktivität, ihr Einkommen und ihre Ernährung verbessern und sie wirtschaftlich stärken.

 

Abhi (Abhijeet Sharma) ist Global Lead für Blockchain und “Mobile and Partner Universe Practices” in der Landwirtschaft bei BASF SE. Abhi ist ein wichtiger Bestandteil und Leiter der Technologieprozesse, als Problemlöser für nachhaltige Projekte und Unternehmensmodelle in der Landwirtschaft wie z.B. Ardena, ein nordafrikanisches Problemlösungsprojekt für die Umsetzung von vier der siebzehn nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, das im Rahmen der COP27 angeführt wurde; nachhaltige Baumwolle in Griechenland; Biodiversität in Deutschland und viele weitere Projekte, die nachhaltige Unternehmensmodelle fördern. Derzeit sucht er nach einer Lösung für die Probleme der Rückverfolgbarkeit, Carbon Management und die damit verbundenen Themen, indem er Blockchain und Programmierschnittstellen (APIs) nutzt, um die Data-to-Value-Kluft zu überbrücken und gleichzeitig die Landwirte im Zentrum der Prozesse zu fokussieren. Er ist Elektroingenieur und hat einen MBA sowie über 20 Jahre Erfahrung mit der Entwicklung und Vermarktung von Produkten in einer Vielzahl von Industrien und Technologiesektoren (Amazon, Time Warner, Dell und Startups).

 

Hannah ist apl. Professorin bei der Wageningen University Farming Systems Ecology Group und Expertin im Bereich Lebensmittelproduktion im Kreislaufsystem. Ihr Ziel besteht darin, ein Kreislaufsystem für die Lebensmittelproduktion zu entwickeln, das unter Berücksichtigung der begrenzten Belastungsfähigkeit unseres Planeten zur Herstellung von gesunden Lebensmitteln für eine wachsende Weltbevölkerung beiträgt. Ihre analytische und datengestützte Arbeit zeigt, dass Tiere in einem solchen Kreislaufsystem eine wichtige Rolle bei der Ernährung der Menschheit spielen, obgleich ihr ökologischer Fußabdruck minimiert werden muss. Dieser wissenschaftliche Durchbruch widerspricht der vorherrschenden Meinung, eine fleischfreie Ernährung sei die umweltfreundlichste; eine Ansicht, die in den Gegebenheiten des derzeitig linearen Ernährungssystems begründet liegt. Für einen weitreichenden Wandel müssen wir viel radikaler denken. Mit ihrem Team entwickelt sie ein Modell eines Kreislaufsystems für die Herstellung von Lebensmitteln (CiFoS), in dem die jeweiligen Akteure innovative und gleichzeitig erreichbare Ernährungssysteme mitgestalten können, welche die Gesundheit der Menschen und des Planeten gewährleisten.

 

Prof. Dr.-Ing. Cornelia Weltzien leitet seit 2015 am Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie (ATB) in Potsdam die Abteilung Technik im Pflanzenbau sowie an der Technischen Universität Berlin das Fachgebiet Agromechatronik. Nach dem Studium der Landmaschinentechnik an der Fachhochschule Köln absolvierte sie ein Zusatzstudium Maschinenbau an der Technischen Universität Braunschweig, das sie 2006 abschloss. Sie promovierte 2008 am Institut für Landmaschinen und Fluidtechnik der TU Braunschweig zum Thema “Assistenzsystem für den Überladevorgang bei einem selbstfahrenden Feldhäcksler”. Bevor sie zum ATB kam, arbeitete sie in der Industrie in interdisziplinären Teams an der Entwicklung elektrohydraulischer Systeme für mobile Arbeitsmaschinen. Ihre Expertise liegt im Bereich Precision Agriculture, Automatisierung agronomischer Prozesse, smarte Systeme und Digitalisierung in der Landwirtschaft. Prof. Dr.-Ing. Weltzien ist eine national und international anerkannte Spitzenforscherin im Bereich digitale Landwirtschaft.

Moderation

Parmesh Shah ist Global Lead für datengesteuerte und digitalisierte Landwirtschaft für die Agriculture and Food Global Practice der Weltbank. In dieser Rolle ist er federführend bei der Umsetzung der Aufgaben der Bank und unterstützt die Entwicklung von Global Knowledge und Global Learning auf dem Gebiet der digitalen Landwirtschaft, um Kunden und anderen Entwicklungspartnern Lösungen anzubieten. Bevor er sein Amt für die Bank übernahm, arbeitete Parmesh für Regierungen, zivilgesellschaftliche Organisationen, Stiftungen und andere bilaterale und multilaterale Entwicklungsorganisationen in Asien und Afrika, in den Bereichen gemeindeorientierte Entwicklung, partizipative Konzepte, institutionelle Veränderungen und Umgang mit natürlichen Ressourcen. Er hat einen Ph.D. in Entwicklungsforschung vom Fachbereich für Entwicklungsforschung der University of Sussex, einen MBA vom Indian Institute of Management in Ahmedabad und einen Bachelor of Technology in Agrartechnik von der Agraruniversität in Pantnagar in Indien.

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